Die Sozialdemokraten haben ihre Mannschaft für die Neuwahl des Rietberger Rats am 13. September vorgestellt. Gerd Muhle (3. v. l.) führt die Kandidatenliste an. Auf Position zwei geht Christiane Schneiders (l.) ins Rennen, gefolgt von Ruth Schrewe (r.) und Ursula Ecks (4. v. l.). Marion Weike (2. v. l.) tritt für die SPD als Landratskandidatin an. Foto: Vredenburg

Gerd Muhle führt SPD-Kandidatenliste an

Presseartikel aus „Die Glocke“ vom 23. Juni 2020

Redakteurin: Vredenburg

Rietberg (bv) – Wenn SPD-Fraktionschef Gerd Muhle an den jüngsten Bauausschuss denkt, gehen ihm „noch jetzt die Nackenhaare hoch“. Eine Woche vor dem Corona-Ausbruch bei Tönnies hatten die Sozialdemokraten von der Verwaltung wissen wollen, ob die Unterkünfte für Werksarbeiter im Stadtgebiet coronakonform sind.

Seinem Ärger über die Rückmeldung machte Muhle am Samstag bei der Mitgliederversammlung zur Aufstellung der Kandidaten für die Kommunalwahl Luft. Demnach hat die SPD nur die lapidare Antwort erhalten, dass dieser Begriff im Baurecht nicht vorkomme und zusätzliche Kontrollen nicht nötig seien. „Jetzt ist die Katastrophe, die wir vorhergesagt haben, da“, stellte Muhle heraus und bekräftigte die Forderung nach einer Wohnraumschutzsatzung. Nur so sei das „Chaos in Sachen Werksunterkünfte“ in den Griff zu bekommen.

„Wir alle kannten das Risiko in diesen Betrieben“

Marion Weike, seit 21 Jahren Bürgermeisterin der Stadt Werther und Juristin sowie Landratskandidatin für die SPD, zeigte sich fassungslos über die aktuelle Entwicklung im Schlachtbetrieb Tönnies und darüber, dass Landrat Sven-Georg Adenauer trotz 27 bestätigter Coronafälle in einem Schlachtunternehmen in Dissen am 10. Juni eine Woche verstreichen ließ, statt schnell und konsequent zu handeln. Weike: „Wir alle kannten das Risiko in diesen Betrieben.“

Muhle, der die SPD seit 41 Jahren im heimischen Rat vertritt, kandidiert im Wahlkreis Elf in Rietberg, den er zum dritten Mal direkt holen möchte. An Position zwei tritt Christiane Schneiders (19, Westerwiehe) an. Es folgen Ruth Schrewe (8, Neuenkirchen), Ursula Ecks (6, Mastholte), Roman Kollenberg (15, Rietberg), Friedrich Prill (9, Neuenkirchen), Steffi Friesen (3, Mastholte), Godehard Honold (7, Neuenkirchen), Eike Rahlf (13, Rietberg), Christian Böhlau (5, Mastholte), Henning Rahlf (12, Rietberg), Gisela Westergerling (16, Varensell), Erdem Kurtaran (18, Westerwiehe), Wigbert Hamschmidt (10, Neuenkirchen), Peter Oetter (1, Bokel), Ferdinand Schumacher (14, Rietberg), Hans-Peter Scharpenberg (4, Mastholte), Walter Schrewe (17, Varensell) und Norbert Oetter (2, Druffel).

Als Ersatzkandidat für Muhle steht Eike Rahlf zur Verfügung. Für Schneiders würde im Fall eines Falls Roman Kollenberg in den Rat nachrücken. Godehard Honold käme für Ruth Schrewe und Steffi Friesen für Ursula Ecks.

Regelmäßige ÖPNV-Verbindungen in den Ortsteilen gefordert

Bezahlbaren Wohnraum, ein umfassendes Wohnungsprogramm und die mehrfach geforderte Baumschutzsatzung will die SPD in der neuen Legislaturperiode auf den Weg bringen. Darüber hinaus setzt sie sich für die Berücksichtigung des Klimaschutzes bei allen künftigen Planungen ein sowie für regelmäßige ÖPNV-Verbindungen in den Ortsteilen, ein Mobilitätszentrum am ZOB und eine Zone für Fußgänger sowie Radfahrer an der Rathausstraße.

Sollte Marion Weike zur Landrätin gewählt werden, kündigte Muhle überdies an, die seit Jahrzehnten geforderte Öffnung des Emswegs zwischen Parkteil Süd und Birkendamm erneut ins Gespräch zu bringen. Aus seiner Sicht hat Carl-Friedrich Tenge-Rietberg das Teilstück vor 33 Jahren widerrechtlich gesperrt. Muhle: „In der Vergangenheit haben wir dazu vom Kreis nur lapidare Antworten bekommen.“